VCP Bad Schwalbach

Bundeslager 2017

Das große Lager des Sommers fand vom 27. Juli bis 5. August in Wittenberg statt. Dort haben sich im Reformationsjubiläumsjahr nach dem Kirchentag nun auch die evangelischen Pfadfinder aus ganz Deutschland zum Bundeslager versammelt, um zu sehen, was Reformation für uns heute bedeutet. Mehr als 3.000
Pfadis haben auf einer großen Wiese am Stadtrand ihre Zelte aufgeschlagen und zehn Tage lang zusammen gespielt, gesungen, gelacht, gekocht, über das Essen geschimpft und die Dixi-Klos verflucht. Am Sonntag haben wir im Lagergottesdienst die Zukunft gesucht und wurden von Weltveränderern wie Martin Luther und Sir Robert Baden-Powell (dem Gründer der Pfadfinder) besucht. Am Montag sind 3.000 Pfadis in Wittenberg eingefallen und haben in Kleingruppen bei einem Stationenlauf die Weltausstellung angesehen.
Die Spielidee des Lagers hat uns in das Jahr 2517 versetzt, wo es galt die in Sektoren zerfallene Welt zu reformieren und damit vor der Zerstörung durch einen, von der Menschheit enttäuschten, Wissenschaftler zu retten. Mit Martin Luther als Vorbild, der sich alleine auf den Weg gemacht hat, um Missstände anzuprangern und damit großes in Bewegung gesetzt hat, haben wir versucht, jeder einen Teil bei zu tragen. Dafür konnte man sich aus einem tollen Programmangebot Workshops aussuchen. Zur Belohnung gab es „Fump“, kleine bunte Kugeln, die in Glasröhren gesammelt wurden und angezeigt haben, wie viele Pfadis bereit waren, mit anzupacken. Diese Bereitschaft haben sie auch in einem großen Geländespiel über den ganzen Lagerplatz bei brütender Hitze bewiesen. Am Ende des Lagers konnten wir den Wissenschaftler mit unseren Bemühungen besänftigen.
Mit einer großen Plakataktion fürs Internet zum Thema „Wir sind mutig, weil…“ haben wir das Lager beendet und sind müde und dreckig, aber erfüllt von den vielen Eindrücken und um etliche neue Freundschaften reicher nach Hause gefahren.
Bericht: Julika Bertram


Bericht Waldweihnacht 2016


Es war vom neunten auf den elften Dezember das sich in Bärstadt sage und schreibe dreiunddreißig Pfadfinder zusammen trafen.  Bei dieser hohen Teilnehmerzahl waren die ersten paar Stunden im Gemeindehaus des Pfarrer Geisler’s unerwartet turbulent und aufbrausend. Die Energie der Kinder, die gerade mal die Eins sechzig erreicht haben, war nahezu grenzenlos. Kaum verwunderlich, denn schließlich wollten alle ihre Schlafplätze einrichten was sie jedoch auf den späteren Abend verlagern sollten. Es war also an der Zeit vor dem Essen des Freitagabends für Action zu sorgen.

Selten sind Großspiele an der frischen Luft bei dieser Naturgewalt unangebracht. Was wir bei den Pfadfindern auch als Energizer verstehen, wurden in der Dämmerung dann in Form des British Bulldogs und Mini Bananas umgesetzt. Wenig später waren alle erschöpft von der Bewegung und glückselig die warmen Räumlichkeiten wieder zu behausen. Perfekt dazu abgestimmt gab es traditionell, zu Freuden der Kinder, Käsenudeln die fiebrig herunter geschlungen wurden. Wie immer blieb davon ein unscheinbarer Teil übrig, welcher noch die Brotzeit des nächsten Tages begleiten sollte. Dennoch… wie das bei einer Waldweihnacht üblich ist, verbanden ruhige Geschichten rund um das anbahnende Fest die grauen und mittlerweile kugelrunden Kluftmäuse mit dem Schlaf. Eng an eng waren sie gekuschelt und wollten trotz der Wärme nicht voneinander weichen. Ein traumhaftes Bild für jeden Stammesführer, denn so ruhig und besinnlich sind Kinder selten. Vor allem dann, wenn sie losgelöst von den Eltern sind die ansonsten die Verantwortungsrolle gehabt hätten.

Der nächste Morgen sollte uns alle aus dem tiefen Winterschlaf wecken, denn ein helles Glockenläuten das von der unverbesserlichen Küche klang hallte durch das Haus. Kaum durchdringender hätte man den Start des Haupttages dieser Veranstaltung ankündigen können. Nach einem schnellen Frühstück sollte die eigentliche Eröffnung der Waldweihnacht beginnen. Dazu vorbereitet hatte Sippe Will Scarlett ein Schauspiel das in Klang und Darbietung prägnant die Thematik der Gewaltlosigkeit und Kompromissbereitschaft behandelte. Auf die Weihnacht war die Aufführung natürlich auch abgestimmt und so wussten alle, dass auf Geschichten Taten folgen mussten. Wir bastelten aus Nächstenliebe in drei unterschiedlichen Gruppen fleißig diverse Figürchen die ausnahmslos mit Hilfe einer Verlosung von jemand für jemand gemacht wurden. Figuren wie die Korkenrentiere, die Erdnussbaumschmücke und die Filztannenbäume sammelten sich nach der Verzierung auf einigen Fensterbrettern. So konnte man beinah den Eindruck gewinnen, man hätte die Räumlichkeiten mit liebevollen Erinnerungen schmücken wollen.

Am sehnsuchtsvollsten wurde die auf der Anmeldung angepriesene Andacht erwartet. Sie war Mittelpunkt des Geschehens und so kam es das  in der Dunkelheit sich viele Lichter, fast ein wenig bedrohlich, auf den Weg in den Wald machten. Diese Fackelparade traf im tiefsten und geheimnisvollsten Abschnitt des Waldes die Stammesführer die sich kurz zuvor dahin geschlichen hatten. Sie waren es die den Tannenbaum hinter ihnen geschmückt, den Stammesbanner ausgebreitet und einen Kerzenkreis mit begleitender Musik gemacht hatten. Von diesem Anblick gebannt, erfolgte die Aufnahme dreier Pfadfinder die, die reife besaßen die nächste Stufe zu erreichen. Nach dieser Stunde der Verträumtheit endete der Rückgang wieder im Gemeindehaus. Hier wurde als runder Abschluss ein abgesichertes Kerzenmeer veranstaltet, das den Singeabend mit unserem Ehrengast und meisterlichen Gitarristen Klaus beleuchten sollte. Bei selbstgebackenen Plätzchen wie Vanillekipferln, verschiedenen Schokoladen und beschworenem Chai gelang es dem Stamm recht schnell beinah alle in einen beruhigenden Schlaf zu wiegen. Damit war leider auch schon der letzte Abend unserer Waldweihnacht geschehen und die Vorfreude auf nächstes Jahr trotz der Betrübtheit umso größer gediehen.


Waldweihnacht 2015

Vom 04.12-06.12.2015 fand in Bärstädt unsere Waldweihnacht statt.

Freitag angekommen richteten wir uns das Gemeindehaus für gemeinsame Aktivitäten ein. Die Kreativität und Bewegungsfreiheit der Kinder wurde voll ausgeschöpft. Mit Bedenken der Führungsrunde ließ sich das bereits am ersten Tag beobachten.

So bekamen das Parkett und die jeweiligen Riesen unter uns eine optionale Funktion. Das Parkett wurde zum Schlittschuhlaufen modifiziert und Personen über einen Meter und siebzig als Gondeln bis zur nächste Abfahrt verwendet. Zur Stärkung wurde gegen Abend eingekehrt und noch im selben Haus, Chili con Carne und Käsenudeln verspeist. Wohl verdient nach der körperlichen Ertüchtigung und mit vollen Mägen klang der erste Abend mit einer auserlesenen Geschichte aus.

Nach dem ersten gemütlichen Beisammensein und heiteren Spielen des Freitags wurde das Thema der Waldweihnacht präsentiert. Mit einem amüsanten Improvisationstheaterstück wurde den Kindern gezeigt was uns den restlichen Tag begleiten sollte. Ein „kleiner“ Elf in der Hauptrolle erzählte uns, dass er das Weihnachtsfest  für seine Familie im tiefen schwarzen Wald vorbereite. Er hätte zwar Zauberkräfte die ihm alles Mögliche quasi per Fingerschnipsen herrichten, aber das ein paar Aufgaben nicht in seiner Macht stehen würden. Essenziell für seine magischen Fähigkeiten seien jedoch die Glöckchen von Rentieren die ihm der böse Eismann gestohlen hatte. Dahingehend mussten wir als helfende Hände und Elfen fungieren.

Aufgaben waren unter anderem die Schneeflocken für den fehlenden Schnee und Weihnachtsbaumschmuck zu basteln. Außerdem wurden leckere Vanilleplätzchen gebacken, die für die abendliche Gesangsrunde zu vernaschen galten. Nachdem fleißig getüftelt und gebastelt wurde waren die wichtigsten Projekte für das besinnliche Fest des Elfen beendet. Nach einer saftigen Belohnung machten wir wie jedes Jahr eine Wanderung bis zur Andachtsstelle. Diesmal jedoch war die Andachtsstelle gleichzeitig Wohnstube des kleinen Elfen. Sein geschmückter Weihnachtsbaum wurde von umliegenden Kerzen und aufgestellten Fackeln beleuchtet. Er strahle im vollen Glanz und auch an den Augen der Kinder konnte man Bewunderung ablesen.

Nach der zum Nachdenken anregenden Andacht ging es wieder zurück ins Gemeindehaus wo  wir noch Trank und Speise zum Gesang bekamen. Durch die viele Leckereien und den genüsslichen Tschai wurden der glanzvolle Abend und die darauf folgende Nachtstunde versüßt.  Mit leckerem Haferschleim und dem Nikolausgut in den Schuhen geweckt ging es für unseren Stamm in den Gottesdienst. Dem Pfarrer Geisler von Bärstadt haben wir durch unsere Anwesenheit somit unsere Dankbarkeit für die zur Verfügung gestellte Gemeindeunterkunft erwiesen.

Und wieder war eine denkwürdige Waldweihnacht passé.