Die Pfadfinderbewegung

Die Pfadfinderbewegung ist die größte Jugendbewegung der Welt. Alles begann 1907 in England und breitete sich schnell aus. Schätzungsweise gehören ihr derzeit mehr als 38 Millionen Kinder und Jugendliche weltweit an. Die Anzahl der Altpfadfinder beträgt heute ca. 58 Millionen Pfadfinder. Die Pfadfinderbewegung ist offen für Menschen aus allen Kulturen und Glaubensbekenntnissen.

Der Schutzpatron der Pfadfinder ist der Ritter St. Georg, der einen Drachen getötet haben soll. Nach seinem Vorbild sollen Pfadfinder ritterlich und ehrlich handeln, anderen Menschen Freund sein, Hilfsbedürftige und Schwache unterstützen und die Umwelt schützen. Das Abzeichen der männlichen Pfadfinder ist eine Lilie, das der weiblichen ein Kleeblatt.

Gegründet wurde die Pfadfinderbewegung durch Robert Stephenson Smyth Baden-Powell; kurz genannt B.P.

Nach vielen Jahren im englischen Militär und vielen Einsätzen B.P.s wurde er mehrfach befördert und ging 1910 offiziell in Pension. Erst 1907 fand er genug Zeit, seine langgehegte Idee einer Jugendpfadfindergruppe umzusetzen. Ursprünglich engagierte er sich in der bereits bestehenden Jugendgruppe „Boys-Brigade“, stellte jedoch sehr schnell fest, dass diese nicht seinen Vorstellungen entsprach. Er schrieb ein weiteres Buch (Scouting for Boys), welches sein elftes Buch wurde. Um einiges davon praktisch testen zu können, veranstaltete er vom 1. bis 8. August 1907 ein Lager auf der Insel Brownsea im Hafengebiet von Poole. Er reiste einige Tage früher an, um das Lager vorbereiten zu können. An diesem Zeltlager nahmen 21 Jungen aller sozialen Schichten teil, darunter auch sein Neffe Donald. Er teilte die Jugendlichen in sogenannte Patrouillen ein und schrieb die Pfadfindergesetze. 1908 erschien sein Buch Scouting for Boys, das als eines der bedeutendsten pädagogischen Werke des 20. Jahrhunderts gilt. Hier verwendete erstmal auch er den Lehrgrundsatz „Learning by doing“ (Lernen durch Handeln). 1909 übernahm König Eduard VII das Patronat über die Pfadfinder, in Chile wurde die erste Pfadfindergruppe außerhalb Englands gegründet, und es gab die ersten Pfadfinderinnen. Ab 1918 wurde der Familiensitz Pax Hill bei Bentley (England) zur Koordinationsstelle für die wachsende Pfadfinderbewegung. Erst später wurde eine zentrale Koordinationsstelle geschaffen, das heutigeWorld Scout Bureau. 1920 fand das erste Jamboree (Weltpfadfindertreffen) in London statt, 8.000 Pfadfinder aus 34 Nationen nahmen teil. Beim Jamboree 1929 waren es schon 50.000 Pfadfinder aus 72 Ländern (41 Nationen und 31 Teile des Empire).

Baden-Powells Lebensleistung als General, Pfadfinderführer und Staatsbürger war beachtlich. Er schrieb beispielsweise 34 Bücher, anfänglich für die Armee, schließlich für die Pfadfinderbewegung. Sein letztes Buch, More Sketches of Kenya, wurde 1940 fertiggestellt.

Baden-Powell verbrachte seinen Lebensabend in Kenia, wo er am 8. Januar 1941 im Alter von fast 84 Jahren starb. Kurz vor seinem Tod hatte er einen Brief an die Pfadfinderjungen und einen an die Pfadfindermädchen geschrieben.